Du hast deinen Lebenslauf fertig – und jetzt? Jetzt kommt das Anschreiben. Und ehrlich gesagt: Das ist der Teil, bei dem die meisten Leute den größten Stress haben.

„Was soll ich da schreiben?" „Wie fange ich an?" „Muss ich da wirklich ‚Sehr geehrte Damen und Herren' schreiben?" – Diese Fragen kennt fast jeder, der sich schon mal beworben hat.

Die gute Nachricht: Ein Bewerbungsschreiben muss kein Roman sein. Und es muss auch nicht klingen, als hätte es ein Anwalt verfasst. Es muss nur kurz, ehrlich und auf den Punkt sein.

Brauchst du überhaupt ein Anschreiben?

Kurze Antwort: Nicht immer. Immer mehr Firmen sagen: „Lebenslauf reicht." Gerade bei Jobs im Einzelhandel, in der Logistik, in der Gastro oder in der Pflege wird oft gar kein Anschreiben mehr verlangt.

Aber: Wenn du eins schickst, kann es den Unterschied machen. Es zeigt, dass du dir Mühe gibst. Und manchmal ist genau das der Punkt, der dich von den anderen 50 Bewerbern abhebt.

Faustregel:

Der Aufbau: So einfach geht's

Ein Bewerbungsschreiben hat immer den gleichen Aufbau. Du musst das Rad nicht neu erfinden:

  1. Deine Kontaktdaten – Name, Adresse, Telefon, E-Mail. Oben links oder im Briefkopf.
  2. Empfänger – Name der Firma, am besten der Ansprechpartner (steht meistens in der Anzeige).
  3. Betreffzeile – „Bewerbung als [Jobtitel]" – kurz und klar.
  4. Einleitung – 1-2 Sätze: Warum du dich bewirbst und was dich an der Stelle interessiert.
  5. Hauptteil – 3-5 Sätze: Was du kannst und warum du zu der Stelle passt.
  6. Schluss – 1-2 Sätze: Dass du dich auf ein Gespräch freust.

Das war's. Keine halbe Seite mehr als nötig. Personaler lesen hunderte Anschreiben – sie sind dankbar für alles, was kurz und klar ist.

Die Einleitung: Bitte nicht „hiermit bewerbe ich mich"

Das ist der Satz, der in 90 % aller Bewerbungen steht. Und genau deshalb fällt er niemandem mehr auf. Die Person, die das liest, denkt: Ja, weiß ich – deshalb liegt deine Bewerbung ja hier.

Schlecht: „Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als Verkäuferin."

Besser: „Die Stelle als Verkäuferin in Ihrer Filiale hat mich sofort angesprochen – Kundenkontakt und Teamarbeit sind genau das, was mir am meisten Spaß macht."

Merkst du den Unterschied? Der zweite Satz sagt nicht nur, dass du dich bewirbst – sondern warum. Und das ist viel interessanter.

Der Hauptteil: Zeig, was du kannst – mit einem konkreten Beispiel

Das ist der wichtigste Teil. Hier zeigst du, dass du die richtige Person für den Job bist. Und das machst du am besten mit einem kurzen Beispiel aus deinem bisherigen Leben.

Schlecht: „Ich bin teamfähig, belastbar und flexibel."

(Das steht in jeder Bewerbung. Es sagt nichts.)

Besser: „In meinem letzten Job im Supermarkt habe ich täglich 3 Kassen betreut, den Tagesabschluss gemacht und neue Kolleginnen eingearbeitet. Das hat mir gezeigt, dass mir Verantwortung liegt."

Ein einziges konkretes Beispiel sagt mehr als zehn Adjektive. Mehr dazu, wie du solche Sätze formulierst, findest du in unserem Artikel zur Bewerbungspsychologie.

Wenn du die Branche wechselst: Die Brücke bauen

Gerade als Quereinsteiger ist das Anschreiben deine Chance, zu erklären, warum der Wechsel Sinn macht. Im Lebenslauf sieht man nur die Fakten – im Anschreiben kannst du die Geschichte dahinter erzählen.

Beispiel: „Nach 5 Jahren in der Gastronomie möchte ich meine Stärken – Kundenkontakt, Belastbarkeit und schnelles Arbeiten – in den Einzelhandel einbringen. Die Arbeit mit Menschen macht mir Freude, und genau das reizt mich an Ihrer Stelle."

Mehr Tipps für Quereinsteiger findest du in unserem Quereinsteiger-Guide.

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Der Schluss: Kurz und selbstbewusst

Am Ende des Anschreibens sagst du einfach, dass du dich auf ein Gespräch freust. Nicht mehr, nicht weniger.

Schlecht: „Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen."

(Klingt, als hättest du keine Erwartung, eingeladen zu werden.)

Besser: „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, in dem ich Ihnen mehr über meine Erfahrung erzählen kann."

Selbstbewusst, aber nicht arrogant. Genau richtig.

Die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

  1. Zu lang. Eine halbe bis dreiviertel Seite reicht. Mehr liest niemand.
  2. Copy-Paste. Wenn du den Firmennamen vergisst zu ändern, merkt das jeder. Peinlich, aber passiert ständig.
  3. Nur über dich reden. Sag nicht nur, was du willst – sag auch, was du der Firma bringst.
  4. Floskeln. „Ich bin ein Teamplayer" – das kann jeder sagen. Zeig es lieber mit einem Beispiel.
  5. Kein Bezug zur Stelle. Wenn in deinem Anschreiben nichts steht, was zur Anzeige passt, wirkt es wie eine Massenmail.

Muss das Anschreiben perfekt sein?

Nein. Es muss ehrlich, klar und persönlich sein. Rechtschreibfehler solltest du natürlich vermeiden – lass jemanden drüberlesen oder nutze die Rechtschreibprüfung. Aber das Anschreiben muss nicht klingen, als hätte es ein Profi geschrieben.

Es muss klingen, als käme es von dir. Einem Menschen, der die Stelle wirklich will und etwas zu bieten hat. Das reicht.

Zusammengefasst: Deine Checkliste fürs Anschreiben

  1. Betreffzeile mit dem genauen Jobtitel aus der Anzeige.
  2. Einleitung – warum diese Stelle, warum diese Firma (1-2 Sätze).
  3. Hauptteil – was du kannst, mit einem konkreten Beispiel (3-5 Sätze).
  4. Schluss – Freude auf ein Gespräch (1-2 Sätze).
  5. Länge – maximal eine Seite, besser weniger.
  6. Ton – freundlich, ehrlich, selbstbewusst. Kein Juristendeutsch.

Und denk dran: Das Anschreiben ist nur ein Teil deiner Bewerbung. Der Lebenslauf ist mindestens genauso wichtig – und den kannst du mit 1ClickCV® in wenigen Minuten erstellen.